Grundlagen der Bachblütentherapie
Die Bachblütentherapie geht auf den britischen Arzt Edward Bach zurück und basiert auf seiner These, dass seelische Disharmonie körperliche Krankheit verursache. Eine Übersicht über Konzepte und Begriffe.
Bachs Grundannahme
Bach unterschied zwischen Körper und „Persönlichkeit". Er sah Krankheit nicht als Ergebnis von Erregern oder physiologischen Vorgängen, sondern als Folge eines Konflikts zwischen der „höheren Seele" und der Persönlichkeit. Heilung sollte deshalb nicht am Symptom ansetzen, sondern an der seelischen Verstimmung.
Aus dieser Sicht entwickelte er ein System von 38 Pflanzenessenzen, von denen er glaubte, dass jede eine bestimmte negative Gemütsverfassung in ihr positives Gegenstück verwandeln könne — etwa Angst in Mut oder Unsicherheit in Vertrauen.
Die sieben Gruppen nach Bach
Bach selbst ordnete seine Blütenmittel sieben „Seelenzuständen" zu:
- Angst — Rock Rose, Mimulus, Cherry Plum, Aspen, Red Chestnut
- Unsicherheit — Cerato, Scleranthus, Gentian, Gorse, Hornbeam, Wild Oat
- Mangelndes Interesse an der Gegenwart — Clematis, Honeysuckle, Wild Rose, Olive, White Chestnut, Mustard, Chestnut Bud
- Einsamkeit — Water Violet, Impatiens, Heather
- Überempfindlichkeit gegen Einflüsse und Ideen — Agrimony, Centaury, Walnut, Holly
- Mutlosigkeit und Verzweiflung — Larch, Pine, Elm, Sweet Chestnut, Star of Bethlehem, Willow, Oak, Crab Apple
- Übergroße Sorge um das Wohl anderer — Chicory, Vervain, Vine, Beech, Rock Water
Vollständige Auflistung mit jeweiliger Indikation: Die 38 Blüten.
Was Bachblüten nicht sind
- Keine pharmakologischen Präparate. Die Konzentration der Pflanzeninhaltsstoffe ist im fertigen Mittel sehr gering — vergleichbar mit hochpotenzierten Homöopathika, aber nach anderer Methode hergestellt.
- Keine ätherischen Öle. Bachblüten werden weder destilliert noch konzentriert. Es handelt sich um wässrige Auszüge, mit Alkohol stabilisiert.
- Keine zugelassenen Arzneimittel. Sie werden in Deutschland als „freiverkäufliche Erzeugnisse" angeboten; Heilaussagen sind verboten.
Verbreitung in Deutschland
Bachblüten sind in Deutschland in Apotheken, Drogerien und im Versandhandel frei erhältlich. Sie werden meist als alkoholische Tropfen (27 % Brandy), seltener als alkoholfreie Globuli oder Sprays angeboten. Eine Therapeut:in-Konsultation ist nicht erforderlich, viele Anwender:innen wählen die Mittel selbst nach Indikationslisten aus.
Häufige Fragen
- Sind Bachblüten Homöopathie?
Nein. Sie folgen einem anderen Konzept (Schwingungsenergie statt Ähnlichkeitsprinzip) und einer anderen Herstellungsmethode (Sonnen- oder Kochmethode statt Potenzieren). Beide Verfahren sind aber wissenschaftlich umstritten und werden in einem ähnlichen Marktumfeld vertrieben.
- Brauche ich eine Heilpraktiker:in für die Anwendung?
Nein. Bachblüten sind frei verkäuflich und dürfen ohne fachliche Begleitung eingenommen werden. Bei körperlichen oder psychischen Beschwerden sollte trotzdem ärztlicher Rat eingeholt werden.